rundumdenhund_slide.jpg mia.jpg jagdhund.jpg amet.jpg cloe.jpg

Rund um den Hund

Ich suche ein Zuhause:

Maikel (Bretone Spaniel)

spanien maikel3_aspa_frontpicmask.jpg

Mehr Infos über mich

Veranstaltungen:

24.09.2017

11 Uhr bis 18 Uhr

Herbstfest 2017 Hundeschule Pfoten - Einmaleins

Weinstube Wingertsknorze Hauptstraße 6, 65375 Oestrich-Winkel

22.10.2017

11.30 Uhr

A.S.P.A.friends-Spaziergang am Waldsee/ Halde Rheinpreussen bei Duisburg

Parkplatz in der Nähe der Orsoyer Allee 45 in 47199 Duisburg

29.10.2017

11 Uhr bis 14 Uhr

A.S.P.A. friends Spaziergang im Teufelsmoor in Hambergen

Treffpunkt Mullstraße 21, 27729 Hambergen

Alle Veranstaltungen ansehen

Weitere Informationen:

A.S.P.A friends e.V.

Geprüfte Organistaion

mit Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz.


Damit wir überall gern gesehen sind!


Aktion

Aktion "Gelber Hund"

mehr Infos dazu gibt es auf den Internetseiten der Initiatoren unter: www.gulahunde.de und www.gulahund.de


Aktion Schnüffelgärten

Aktion "Schnüffelgärten"

Wir machen mit! Hier sind alle Hunde erwünscht!

Rund um die Gesundheit unserer Hunde

Wir stellen für Euch hier eine Vielzahl an Behandlungsmethoden vor, informieren Euch über einzelne Erkrankungen, geben Tipps und Ratschläge, die auch uns schon sehr zu Gute gekommen sind. Erkrankungen werden detailliert beschrieben, Verlauf und Entstehung erklärt.

 

Wie bei uns Menschen auch, gibt es das ein oder andere Hausmittelchen, dass hervorragend eingesetzt werden kann, ohne gleich zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen zu müssen.

Prophylaktisch können Massnahmen ergriffen werden, um etwaige Verletzungen zu vermeiden.

 

Diese Seite wird ständig ergänzt!

 

Absolut empfehlenswert ist die Datenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich.
Hier ist wirklich alles über Symptome, Behandlung, Dosierungsvorschläge usw. über Medikamente und Gifte zu finden.
Vetpharm


Tierschutz-Ratgeber Gesundheit

Tierschutz-Ratgeber Gesundheit 2016

Für Euch zum Download die Ausgabe 2016 unseres Tierschutz-Ratgebers GESUNDHEIT mit den Schwerpunkt-Themen:

  • Mittelmeerkrankheiten - Tests und Laborbefunde richtig lesen und verstehen
  • Leishmaniose - wichtiges und wissenswertes
  • EU-Heimtierausweis - Impfungen beispielhaft erklärt
  • Sowie Parasitenbefall, Hauterkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, Durchfallerkrankungen

...und vieler weiterer Themen, zusammengestellt aus den A.S.P.A. friends e.V. Newslettern.

Augenerkrankungen

Augenerkrankungen

Die wichtigsten Augenerkrankungen beim Hund für euch erklärt:

 

PDF-Download: "Augenerkrankungen beim Hund"

Das gehört in die Hundeapotheke

Hundeapotheke

Erstversorgung bei Wunden

 

Eine offene Verletzung (Schnittwunden, Rißwunden, Beisswunden usw.) kommt immer mal vor. Deshalb sollte man auf jeden Fall eine Erstversorgung durchführen können, sei es, dass die Wunden stark bluten oder dass der Hund durch Schlecken, die Wunde noch weiter infiziert.

Zunächst sollte die Wunde desinfiziert werden- am besten mit einem farblosen, nicht brennenden Hautdesinfektionsmittel wie Octenisept®. Dabei ist es besser, das Desinfektiosmittel über die Wunde zu schütten, als den schon nervösen Hund durch das Sprühgeräusch zu erschrecken.

Die Wunde sollte dann mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Dann folgt ein Verband mit Polsterwatte und selbstklebender elastischer Binde.

Bei Verletzungen der Flanke desinfizieren und z.B. als Leckschutz Mantel darüber ziehen.

Ist die Wunde stark verschmutzt, dann großzügig mit steriler Kochsalzlösung (ideal aus dem Kontaktlinsenbedarf) ausspülen, dann desinfizieren.

Hauttumore

Hauttumore

Solitäres Papillom

Beim älteren Hund kommt dieser gutartige und sehr häufige Tumor meist solitär vor. Unterscheiden muss man dies von der virusinduzierten caninen Papillomatose beim Junghund mit vielen kleinen bis zu blumenkohlartigen Gewächsen, die ansteckend sind. Spontanheilungen sind allerdings häufig (wie man es auch bei Warzen bei kleinen Kindern kennt).
So haben wir bei unserer Pflegehündin Milla diesen kleinen Tumor gleich entfernen lassen. Milla war eine geduldige brave Patientin.

Hauttumore

Das Histiozytom

Das Histiozytom ist ein häufiger gutartiger Hauttumor, der überwiegend bei jungen Hunden vorkommt.
Es sind kleine, knopfartige, im Durchmesser 1-2cm große Geschwülste. Die Oberfläche sieht verhornt, speckig und glänzend aus. Nach äußeren Manipulationen bluten sie leicht.
Besonders häufig betroffen sind die Gliedmaßen und der Kopf. Und am Kopf findet man den Tumor am häufigsten an der Schnauze.
Histiozytome können sich von selbst zurück bilden. Tun sie dies nicht, werden sie chirurgisch entfernt.

Eine histologische Untersuchung macht jedoch Sinn, denn differentialdiagnostisch kann oft nicht sicher ein Mastzelltumor ausgeschlossen werden. Dieser wiederum ist bösartig und eine komplette und frühzeitige Entfernung ist dann überlebenswichtig.

Adipositas - Fettleibigkeit beim Hund

Adipositas Übergewicht beim Hund

Fast jeder zweite Hund in Deutschland leidet an Übergewicht. Adipositas ist eine anerkannte Krankheit, die die Lebenserwartung und -qualität von Hunden drastisch verkürzen bzw. beeinträchtigen kann und zugleich die Anfälligkeit für andere Krankheiten erhöht.

 

Ursachen:

  • Bewegungsmangel
  • Falsche Fütterung
  • Viel zu viele Leckerli (in Deutschland beträgt der Leckerli-Anteil vom gesamten Futter 50%)
  • Kastration (Futter muss meist um ca. ein Drittel und mehr reduziert werden)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Erkrankungen mit Hormondysfunktion

Folgekrankheiten:

  • Diabetes mellitus- Zuckerkrankheit
  • Leberverfettung
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Eingeschränkte Lungenfunktion
  • Verschlechterung einer bestehenden Arthrose und Ausbildung einer frühzeitigen Arthrose
  • Schlechte Hitzeverträglichkeit
  • Vermehrte Neigung zu Hauterkrankungen
  • Erhöhte Infektionsanfälligkeit

Behandlung:

 

Die übliche Behandlung besteht aus Diät und mehr Bewegung. Dies bedeutet jedoch auch für den Zweibeiner eine Änderung der Lebensumstände:

 

Keine Essensreste vom Tisch, nicht ständig ein Leckerli und vor allem mehr Bewegung. Tierbesitzer haben oft auch Angst, dass bei Umsetzen einer Diät, die Mensch-Hund-Beziehung leidet. Da die Bewegung bei einem stark übergewichtigen Hund auch nur langsam gesteigert werden kann, ist die Abnahme auch zu Beginn weniger ausgeprägt. Hat der Hund erst mal abgenommen, beginnt er sich automatisch wieder mehr zu bewegen.Falls es nicht ohne Leckerli geht, sollten diese in die Tagesration mit eingerechnet werden.

 

Das Gewicht des Hundes sollte regelmäßig, mindestens aber bei den regelmäßigen Impfterminen kontrolliert werden.

 

Vorteile einer Gewichtsreduzierung:

 

Hunde mit einem optimalen Gewicht leben länger als Hunde mit Übergewicht.

 

Bei Osteoarthritis (aktivierte Arthrose) und Atemwegs- sowie Herzerkrankungen gehört der Gewichtsverlust zu den wichtigsten therapeutischen Ansätzen.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Coumarinvergiftung “Rattengift“ beim Hund

Es gibt natürliche Coumarine, wie sie z.B in Waldmeister vorkommen und synthetisch hergestellte Coumarine. Medizinisch werden Coumarine wie das Medikament Marcumar® zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt. Dies ist z.B. bei Patienten mit künstlichen Herzklappen erforderlich oder bei Menschen mit rezidivierenden Thrombosen. Die Coumarine sind ein Gegenspieler des Vitamin K, welches mit der Nahrung aufgenommen wird. Vit. K ist zur Bildung von bestimmten Gerinnungsfaktoren in der Leber notwendig. Wird nun Coumarin aufgenommen, können nicht ausreichend oder keine (je nach Dosis) Gerinnungsfaktoren mehr gebildet werden. Das Blut gerinnt dann nicht mehr. Die Aufnahme von zuviel Vitamin K wiederum, beeinträchtigt die Wirkung der Coumarine. Die Wirkung von Marcumar® lässt nach einigen Tagen nach und der Abbau kann durch Aufnahme von Vit.K beschleunigt werden. Beim Mensch, der Marcumar® einnehmen muss, kann man in einer Notfallsituation und bei schweren Blutung direkt die nötigen Gerinnungsfaktoren spritzen, um sofort normale Gerinnungswerte zu haben.

 

Die Coumarine oder Rodentizide, die im Mäuse-und Rattengift eingesetzt werden, haben allerdings eine extrem lange Halbwertszeit (über Wochen und Monate). Sie werden deshalb auch "Supercumarine" genannt. Das heisst, wenn der Hund einen Köder aufgenommen hat, treten die Beschwerden erst nach Tagen bzw einer guten Woche auf. Die Halbwertszeit dieser Supercoumarine beträgt Wochen!

 

Chlorophacinon (Z.B. Frunax ab 3 Euro)
Difethialon (Racumin 1 kg ab 6,30 Euro)
Diphacinon, Diephenadion, Brodifacoum, Bromadiolon,

 

Rattengift gibt es als Pellets, Pasten (oft mit Erdnussbutter verfeinert), Körner, Köderblöcken (wie Schokoriegel und oft auch noch mit Schokoladengeschmack) und in flüssiger Form. Zweitvergiftungen durch vergiftete Mäuse sind ebenfalls möglich! Symptome sind Schwäche, Schleimhautblutungen, Nasenbluten, blutiger Kot, blutiger Harn, Einbluten in Gelenke, innere Blutungen, Lähmungen durch Gehirnblutungen und Einblutungen ins Rückenmark uvm.

 

Durch eine Blutentnahme kann der Gerinnungswert (Quick) bestimmt werden und somit sofort die Diagnose gesichert werden.

 

Das Gegengift ist Vit.K

Allerdings ist das Problem, dass es Tage dauert bis Gerinnungsfaktoren von der Leber gebildet werden. Liegen schon manifeste Blutungen vor, helfen nur Plasma –und Bluttransfusionen. Die Überlebenschancen sind dann gering.

 

Hat man die Köderaufnahme beobachtet, dann rasch zum Tierarzt. Mit Aktivkohle, Magenspülung wird versucht die Aufnahme des Giftes zu verhindern.

 

Vit.K wird mehrfach als subcutane Injektion verabreicht. Die orale Weitergabe muss dann über Wochen erfolgen.

 

Das Sicherste scheint mir allerdings, immer mal wieder mit seinem Hund das Abrufen von tollen Leckereien zu üben.
Schleppleine dran und einen Weg mit Leckereien präparieren. Zuhause mal im Garten Katzenfutter aufstellen und den Hund davon abrufen.

 

Rattengift kann jeder kaufen und es ist unglaublich billig!

 

Weitere Infos unter:

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox/toxdb/KLT_003.

 

wichtig: auf Autobahnparkplätzen und Rastplätzen wird besonders oft Rattengift ausgelegt.

Durchfall

Akuter Durchfall ist meist nahrungs- oder infektionsbedingt. Hauptinfektionsquelle bei unseren Hunden ist meist verdorbenes Futter, Müll, Aas, Fäkalien u.a. Besonders gefährdet sind unsere Tierschutzhunde, die sich oft mit unbändigem Appetit auf alles stürzen.

Hierbei können sich die Tiere mit unterschiedlichen Parasiten infizieren wie z.B. Würmer (Rundwürmer und Bandwürmer) und Giardien, Bakterien (Salmonellen, Campylobacter, Yersinien, Clostridien und enteropathogene E. coli) und Viren (z.b. Parvovirose und Staupe, die aber bei durchgeimpften Hunden keine Rolle spielen).

 

Campylobacteriose

Campylobacter sind gramnegative spiralig geformte Stäbchen und der häufigste Erreger von Darminfektionen auf der ganzen Welt! (siehe Bericht der WHO): http://www.who.int/topics/campylobacter/en/

 

Infektionen mit Campylobacter sind derzeit die häufigste bakterielle Darmerkrankung in Deutschland!

Das hauptsächliche Erregerreservoir für Campylobacter ( es gibt unterschiedliche Arten) sind Wildtiere, insbesondere Wildvögel wie Gänse, Enten und Möwen, Tauben.

  • die Hauptinfektionsquelle für den Menschen sind kontaminierte Lebensmittel wie Geflügelfleisch, rohes Hackfleisch, rohes oder nicht durchgebratenes Rindfleisch, Rohmilch, Gemüse (man denke an die E.coli- Epidemie), Trinkwasser (auch in Badeseen möglich)
  • neben der Salmonellose verursacht die Infektion mit Campylobacter beim Menschen die Reisediarrhoe
  • bei Infektion des Hundes mit Campylobacterbakterien erkranken in aller Regel nur Welpen, alte und schwache Hunde (oder tritt im Rahmen einer anderen Infektion (Coinfektion) hinzu). Die meisten Hunde sind völlig symptomlos.

Auch Menschen, insbesondere Kinder, auffälligerweise zunehmend junge Erwachsene sowie geschwächte und alte Menschen können heftigen, fieberhaften Durchfall bekommen.
In einer Schweizer Studie von 2010 wurde dieser Keim auf nahezu jedem zweiten Hähnchen im Handel gefunden!

Campylobakterkeime sterben beim Erhitzen (komplett durchgebraten) und Einfrieren ab.Deshalb sollte Geflügel getrennt von anderen Speisen zubereitet werden und man sollte sich danach die Hände sorgfältig waschen bzw. besser desinfizieren. Ebenso das dazu benutzte Geschirr und Messer.

Ich rate von der Fütterung von rohem Fleisch ab. Es gibt Hinweise, die vermuten lassen, dass der zunehmende Nachweis von Campylobacter beim Hund auf die Rohfütterung (Barfen) zurückzuführen ist. Das heißt aber nicht, dass diese Hunde häufiger erkranken. Aber es ist natürlich ein zulässiger Schluss, dass rohgefütterte Hunde diesem Keim öfter ausgesetzt sind, da er nun mal überwiegend auf rohem Fleisch vorkommt. Dieses Problem wird natürlich durch die Massentierhaltung und freien Markt verstärkt.

  • auch Katzen und Vögel, aber auch Reptilien tragen diesen Keim in sich ohne jemals zu erkranken, aber auch Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine

Die Campylobacteriose ist eine Zoonose (Übertragung von Tier zu Mensch und umgekehrt), die überwiegend durch kontaminierte Lebensmittel verursacht wird. Sie ist eine meldepflichtige Erkrankung.

Therapie:
Meist ist der Verlauf nach einigen Tagen (Nahrungskarenz, diätetische Massnahmen) selbstlimitierend. Nur schwere Infektionen müssen antibiotisch behandelt werden.Der Hundebesitzer muss auf normale hygienische Maßnahmen hingewiesen werden.

Sinnvoll ist es, in dieser Zeit z.B. eine Hundeschule oder Ausläufe zu meiden.

https://www.slaek.de/de/01/fortbildung/50archiv/pdf/hygienekongress2013/Abstrakt_Ludewig_Epidemiologie_Campy_Hygienekongress_2013_geaendert.pdf

Erkältungskrankheiten beim Hund

Winterzeit- Erkältungszeit

 

Den einen oder anderen hat es sicher schon erwischt, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Halsschmerzen.
Aber auch unsere Vierbeiner können sich an uns anstecken. Besonders unsere Neuankömmlinge aus Spanien werden mit einem völlig neuen Keimspektrum konfrontiert. Dazu kommen Klimawechsel, der Transport (Lüftung), die Mangelernährung und der allgemeine Stress.
Kein Wunder also, dass meist schon kurz nach der Ankunft der Pflegling anfängt zu husten und häufig auch die Augen entzündet sind.
Aber wie bei uns Menschen sollte ein Hund auf keinen Fall sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden. Zum einen liegen ursächlich oft virale Infekte vor, bei denen ein Antbiotikum völlig wirkungslos ist, denn es hilft nur bei Bakterien, zum anderen kommt der Körper oft selbst mit dem Infekt klar. Ihr wisst selbst, dass man häufig leichte Erkältungen hat. Man ist dann eben nicht zu 100% fit, aber schleppt sich dennoch – wenn auch schniefend – durch den Alltag.
So kann man auch unsere Hunde symptomatisch behandeln. Zunächst sollte man für eine reichliche Flüssigkeitszufuhr sorgen, damit ein Schleimlöser wie z.B.:

  • Acetylcystein (ACC Hexal ® u.a.) Dosierung: 5mg pro kg Körpergewicht 3 x täglich oral (nicht mit Antibiotika iwe Tertacyclinen und Cephalosporinen kombinieren)
  • Ambroxol (Mucosolvan ®) Dosierung:5-30mg pro Hund oral

auch wirken kann. Dies erreicht man, indem man mehrfach am Tag Wasser mit einem großen Schöpflöffel Fleischsuppe anbietet. Kombiniert mit einer Kuscheleinheit wird euer Vierbeiner auch gerne mit euch zusammen inhalieren.

 

Hustentropfen sind zumindest am Tag nicht sehr sinnvoll um den Husten nicht zu unterdrücken. Ziel ist es ja, den Schleim besser abzuhusten.

 

Wenn euer Schützling gut frisst und trotzdem versucht, normal am Alltag teilzunehmen und sogar über die Wiese flitzen kann, ist es besser einfach abzuwarten. Ihr wisst aus eigener Erfahrung, dass auch ein banaler Infekt schnell eine Woche anhalten kann.

 

Ihr solltet auch immer ein Fieberthermometer zuhause haben, um eurem Hund auch einfach Fieber messen zu können. Hat ein Hund hohes Fieber und ist völlig apathisch, muss er natürlich zum Tierarzt.
Unkritische und übereilte Antibiotikagabe ist in jedem Fall gefährlich. In der Humanmedizin haben wir uns damit schon ein lebensbedrohliches Problem eingehandelt, nämlich die multiresistenten Keime. Dies sind Bakterien, die auf kein Antibiotikum mehr ansprechen. Die dadurch verursachten bakteriellen Infekte gehören in Deutschland inzwischen zu den häufigsten Todesursachen!

 

Bei unseren Hunden ist diese Entwicklung auch zu befürchten, da viel zu häufig und dann auch oft zu potente Antibiotika eingesetzt werden.

 

Außerdem wird dadurch die ohnehin gestörte Darmflora massiv belastet.

 

Gereizte Augen (Bindehautenzündung/Konjunktivitis) behandelt man zunächst durch Säubern (gut geeignet sind sterile Kochsalzlösungen vom Kontaktlinsenbedarf, Wattepads reichlich tränken). Schwarzteebeutel abkochen und in den Kühlschrank legen. Gekühlt 2-3 Minuten auf die Augen legen (besser nacheinander). Über Nacht z.B. Bepanthen Augensalbe ® verwenden. Viele von euch kennen sicher auch Augentrost als Tropfen oder Kompressen.

 

Jedes Medikament hat Nebenwirkungen und deshalb sollte jeder Einsatz auch indiziert und überlegt sein. Zuviel Medizin macht nicht unbedingt gesünder, sondern bewirkt manchmal das Gegenteil.

 

Eindeutig statistisch erwiesen ist folgende Tatsache:

Mediziner und Juristen (diese noch mehr) nehmen die wenigsten Medikamente ein und sind gesünder...

 

Dies sollte euch zu denken geben. Und bei manchem Tierarzt würde ich durchaus mal die Frage stellen, ob er es bei seinem Tier genau so machen würde.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Frakturen - Notfallmaßnahmen

Knochenbruch beim Hund (Fraktur)

Frakturen (Knochenbrüche) sind meist Folge einer direkten Gewalteinwirkung auf den Knochen. Häufigste Ursache ist der Autounfall. Bei den Windhunden können Stürze infolge der Geschwindigkeit Ursache einer Fraktur sein.

 

Meine Galga zog sich im Alter von 9 Monate eine schwere dislozierte in sich verdrehte Oberschenkelsplitterfraktur zu, nachdem sie mit dem Hinterlauf in einem Mauseloch hängengeblieben war, sich dabei den Oberschenkel verdrehte und dann stürzte.
Komplikationen treten bei Frakturen immer dann auf, wenn Knochenenden und/oder Knochensplitter Gefäße und Nerven verletzen. So hatte meine Galga eine zum Glück vorrübergehnde Lähmung des Beines und durch Gefäßverletzungen ein großes Hämatom (Bluterguss), was dann zu einer Kreislaufinstabilität führte. Dann steht man mitten auf dem Feld mit einem Hund, der wimmert und bei winterlichen Temperaturen natürlich sofort auskühlt. Noch nie habe ich mein Handy dermaßen geliebt!

 

Besonders gefährlich sind Frakturen, die lebenswichtige Organe verletzen wie Rippenfrakturen mit Verletzung der Lunge. Oder auch Beckenfrakturen mit Verletzung der großen arteriellen Gefäße.

 

Was ist zu tun?

  • betroffene Körperpartie ruhigstellen, evtl. vorsichtig schienen (Kissen, Zeitschrift, Matte)
  • auf keinen Fall verdrehte Extremität in Normalstellung zurückbringen
  • offene Fraktur mit Nacl-getränkter (pysiologischer Kochsalzlösung. Z.B. Kontaktlinsenlsg) Kompresse abdecken, Tuch darüber legen
  • sofort in die Tierklinik, bei Kreislaufinstabilität nächsten TA aufsuchen, um den Kreislauf zu stabilisieren, dann erst Weitertransport in die geeignete Klinik
  • Hund vor Auskühlung schützen
  • Bei Rippenfrakturen Hund auf die verletzte Seite drehen, damit die gesunde Seite sich ausreichend bewegen kann und die Lunge damit besser belüftet ist.

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

 

Giardieninfektion

Die Giardiose ist eine Zoonose, das heißt eine Infektionskrankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragbar ist (und umgekehrt, allerdings seltener).
Giardien zählen zu den Einzellern (Protozoen) und gehören in die Gruppe der Flagellaten (Geißeltierchen), weil sie sich mit sogenannten Geißeln fortbewegen.


Es gibt zwei Lebensformen:

Die Trophzoiten, die sich saugnapfartig auf den Dünndarmzotten festsetzen und sich dort vermehren.
Als Zystenform, die über den Kot ausgeschieden werden und für die Verbreitung sorgen.
Die Übertragung ist fäkal-oral überwiegend durch verschmutztes Wasser ( oder über Fliegen möglich). Die Reinfektion ist über die Analhygiene des Hundes selbst möglich.
Die Inkubationszeit beträgt ca. 7-21 Tage.
Es gibt symptomlose Dauerträger und prinzipiell ist bei immunkompetenten Tieren eine Selbstheilung möglich. Die Therapie ist aber wegen der Zystenausscheidung unbedingt erforderlich.

 

Giardien sind im Prinzip überall zu finden: bei Mäusen, Kaninchen, Hasen, Schafen, Rindern, Chincillas, Ratten, Reptilien uva.

 

Symptome:

Durchfall in allen Varianten (breiig, flüssig, expolsionsartig, schleimig, seltener blutig), dazwischen symptomlose Intervalle. Man findet ein stetig wechselndes Bild!
Bauchschmerzen, Blähungen
Übelkeit und Erbrechen
Heißhunger
Aufgrund der schlechten Nahrungsverwertung (Malabsoption) und Mangelernährung kommt es zu Gewichtsverlust und Verkümmerung.

 

Therapie:

Fastentag
Schonkost (gekochten Reis mit Huhn, Frischkäse)
Bei Exsikkose (starkem Flüssigkeitsverlust) Hühnersuppe mit dem Trinkwasser mischen und immer zwischendurch anbieten.
Primär sollten keine darmperistaltikhemmenden Medikamente gegeben werden, da der Keim ja ausgeschieden werden soll.
Medikamente: Fenbendazol (Panacur®) über mindestens 3 (oder 5-7) Tage (abhängig von Hund und Symptomen)
Fenbendazol ist sehr gut vertäglich, hat kaum Nebenwirkungen und schädigt im Vergleich zu Metronidazol (Clont®) die Darmflora wenig. Fenbendazol ist das Mittel der Wahl.
Die dreitägige Behandlung der Giardien erfasst zeitgleich auch alle relevanten Rundwürmer sowie die am häufigsten vorkommenden Bandwürmer (Taenien).

 

Ganz wichtig sind zusätzlich hygienische Maßnahmen, da Giardien besonders im feuchten Medium sehr umweltresistent sind!
So ist gerade ein gründliches Bad bei Ankunft unserer Spanier wichtig, um evtl. im Fell haftende Giardienzysten auszuspülen. Hundedecken sollten im Behandlungsintervall gewaschen werden und idealerweise im Trockner getrocknet werden. Giardien vertragen wie Zecken am wenigsten Trockenheit.
Der Trinkwassernapf sollte mehrmals tgl. gereinigt und neu befüllt werden. Alle Gegenstände sollten gut trockengerieben werden.
Kothäufchen müssen unmittelbar entsorgt werden.
In Deutschland liegt die Infektionshäufigkeit bei ca. 17%.

 

Anhand der Ergebnisse dieser Studie ist abzuleiten, dass Infektionen mit Giardien bei Hunden in Deutschland häufig vorkommen und diese durch das eingesetzte Chemotherapeutikum in Abhängigkeit von den Haltungsbedingungen wirksam bekämpft werden können. Reinfektionen treten bei unzureichenden hygienischen Verhältnissen auf, besonders in Gruppen- oder Zwingerhaltung.
www.vetlinde.de

 

Das bedeutet, dass unsere Spanier, so wie wir es euch empfehlen, bei Ankunft gleich Panacur erhalten sollten. Und trotz langer Reise, sollte das Bad nicht aufgeschoben werden. Bei Mehrhundehaltung macht es Sinn, die Entwurmung der eigenen Tiere, mit dem Neuankömmling zu koordinieren und insbesondere in den ersten Tagen auf hygienische Maßnahmen zu achten.
Insbesondere bei Welpen macht es mehr Sinn (wenn es mal schnell gehen muss), dass ein Häufchen mal im Hof auf feste Böden gemacht wird, die mit heißem Wasser oder dem Hochdruckreiniger zu reinigen sind. Oder im Garten ein gemulchtes Eckchen einrichten, welches später entsorgt werden kann.

 

Interessante und lesenswerte Artikel:


Giardien beim Hund

http://www.hundkatzepferd.com/news/567859/Giardien-des-Hundes.html

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

 

Kastration bei der Hündin

Unter Kastration versteht man die Entfernung der Eierstöcke (Ovarektomie). Die reine Entfernung der Eierstöcke wird momentan in Deutschland zunehmend favorisiert, da der operative Eingriff wesentlich kleiner ist. Die Hündin ist viel schneller wieder fit. Außerdem scheint das Inkontinenzrisiko geringer zu sein. Das liegt daran, dass natürlich auch weniger Nervenstränge verletzt werden können. Allerdings ist im Falle einer schweren Gebärmutterentzündung (Metritis, Pyometra) eine 2. OP nötig. Wenn zusätzlich die Gebärmutter entfernt wird, dann nennt man es Ovariohysterektomie. Meine anatomische Zeichnung (die zugegebener Maßen verbesserungsfähig ist) soll euch bei der Orientierung helfen.

Im allgemeinen wird heute die Gebärmutter nicht mehr vollständig entfernt, sondern nur die Gebärmutterhörner. Es bleibt ein Gebärmutterstumpf bestehen, der sich natürlich ebenso entzünden kann. Dieses Operationsverfahren sollte unbedingt bei älteren Hündinnen und bei bereits trächtigen Hündinnen bevorzugt werden, da die Gefahr von Gebärmutterentzündungen größer ist. Mögliche Komplikationen der OP sind das allgemeine Narkose- und Operationsrisiko, Wundheilungsstörungen und Harninkontinenz sowie Fellveränderungen (Ausbildung eines sogenannten Welpenfells, ein weiches eher wolliges Fell). Häufig kommt es zur Gewichtszunahme. Bei nicht kastrierten Hündinnen besteht die Möglichkeit einer Scheinschwangerschaft, ein erhöhtes Risiko für Gesäugetumoren und Eierstocktumore sowie Gebärmutterentzündungen.

 

Bei der Sterilisation werden lediglich die Eileiter durchtrennt. Die Produktion von Geschlechtshormonen und damit auch das normale Sexualverhalten bleiben erhalten. Diese Operationstechnik wird jedoch selten durchgeführt.

 

Die Indikation zur Kastration muss für jeden Hund individuell gestellt werden. Berücksichtigt werden müssen Größe des Hundes, Rasse, Vor- bzw. Begleiterkrankungen und auch der psychischer Befund.

 

Unsere Hündinnen in Spanien werden alle ovariohysterektomiert!

 

Hier habe ich euch eine gute Internetseite rausgesucht, in der die OP-Verfahren sehr gut dargestellt sind.

 

Ovarektomie

http://www.tierklinik.de/medizin/gynaekologie/kastration-weiblich/kastration-der-huendin/operationstechniken/ovarektomie

 

Ovariohysterektomie

http://www.tierklinik.de/medizin/gynaekologie/kastration-weiblich/kastration-der-huendin/operationstechniken/ovariohysterektomie

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Mittelmeerkrankheiten Test

Der MMT sollte auf keinen Fall nur einen reinen Antikörper-Test beinhalten!
Dazu gehört unbedingt:

- ein Blutbild mit Differentialblutbild
- Organwerte (Leber und Niere)
- Eiweiß (gesamt, Albumin und Eiweisselektrophorese
- Elektrolyte

Ohne diese Untersuchung ist keine Therapie planbar!
Das hört sich furchtbar teuer an, macht aber lediglich einen Kostenunterschied von ca. 20 Euro aus!
Ein vernünftiger Test liegt bei ca. 100-120 Euro ( Empfehlung Labor Laboklin)
Vom TA solltet ihr euch alle Befunde immer als Kopie geben lassen.

Hier zeigen wir euch die Laborbefunde, wie sie von uns in Spanien durchgeführt werden.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Laborbefunde

Das Blutbild mit Differentialblutbild

gehört auf jeden Fall zu jedem Test auf Mittelmeererkrankungen dazu.

 

Dabei wird die Zahl (sowie Volumen) der Erythrozyten = rote Blutkörperchen gemessen. Eine Erniedrigung findet man bei schweren Entzündungen, Blutungen, chronischem Blutverlust, Tumoren und Systemerkrankungen. Ebenso als Folge einer verminderten Produktion von roten Blutkörperchen z.B. durch Eisen-, Vit. B12 und Folsäuremangel (Z.B. bei Resorptionsstörungen aus dem Magen-Darmtrakt)

 

Das Hämoglobin (Hb) der Blutfarbstoff ist bei diesen Erkrankungen ebenfalls erniedrigt (Blutarmut = Anämie)

 

Der Hämatokrit (Hkt) gibt das Verhältnis von flüssigen zu festen Blutbestandteilen an. Er ist bei einer Anämie auch erniedrigt. Bei schwer dehydrierten Hunden ist der Hämatokrit erhöht.

 

Die Zahl der weissen Blutkörperchen, die Leukozyten ist bei schweren bakteriellen Entzündungen meist massiv erhöht, bei viralen Entzündungen eher leicht. Eine Leukopenie (das heißt eine zu niedrige Leukozytenzahl) gibt es bei Tumoren,

 

Sepsis (nachdem die Zahl zunächst massiv erhöht war). Aber auch viele Medikamente können die Leukozytenzahl beeinflussen.

 

Wichtig: Bei Windhunden und sehr gut trainierten Hunden ist die Zahl der roten Blutkörperchen, der Hb und der Hämatokrit physiologisch erhöht, sprich normal.

 

Die Thrombozyten (Blutplättchen) sind wichtig für die Blutgerinnung. Eine Erniedrigung = Thrombopenie (z.B bei der Babesiose) kann Blutungen verursachen. Chronische Infektionen können sowohl zu einer Erhöhung = Thrombozytose, sowei zu einer Erniedrigung führen

 

Die Untergruppen der weissen Blutkörperchen (neutrophile, eosinophile, basophile Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten) lassen Rückschlüsse auf die Genese der Entzündung zu. Eine Eosinophilie (Erhöhung der eosinophilen Leukozyten) kann ein Hinweis auf eine Parasitose sein. Eine Monozytose ohne Krankheitswert findet man oft bei alten Hunden.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Laborbefunde Teil 2

Die Blutchemie

Nachdem ich letzte Woche das Blutbild und Differentialblutbild besprochen habe, möchte ich euch heute die Organwerte bzw. die Blutchemie erklären, wie sie auch immer zusammen mit den Mittelmeerkrankheiten abgenommen wird.

 

Nierenwerte:

Harnstoff und Kreatinin geben Auskunft über die Nierenfunktion.

 

Bei Windhunden und stark bemuskelten Hunden ist das Kreatinin physiologisch erhöht- d.h. das ist normal.

 

Leberwerte:

GOT, GPT, Y-GT sind die Leberenzyme. Sie können erhöht sein bei Lebererkrankungen (Infektionen, Parasitosen) bei Tumoren oder auch nach Medikamentengabe (z.B. Phenobarbital, welches zur Therapie der Epilepsie eingesetzt wird)

 

AP (Alkalische Phospatase) kann erhöht sein bei Gallengangserkrankungen oder bei Knochenumbauprozessen wie frischen Frakturen oder Knochentumoren

 

Bilirubin kann erhöht sein bei Hämolyse (Zerfall der roten Blutkörperchen) Z.B. bei der Babesiose, bei Leber -und Gallengangserkrankungen

 

LDH ist erhöht bei Zellabbau z.B. bei Babesiose, Leukosen, Skelettmuskelerkrankungen, malignen Tumoren

 

Cholesterin ist erhöht bei der Schilddrüsenunterfunktion, bei akuter Pankreatitis und Diabetes mellitus

 

Pankreas (Bauchspeicheldrüse):

Amylase- erhöht bei akuter Pankreatitis, Niereninsuffizienz

 

Eiweißbestimmung (Proteine):

Es wird der Eiweissgesamtspiegel gemessen, das Albumin und Globuline. Das Gesamteiweiss kann bei Dehydratation erhöht, bei Mangelernährung und schweren Durchfällen erniedrigt sein. Dasselbe gilt für Albumin.

 

Auch eine schwere Nierenerkrankung kann zu einem Eiweißverlust führen.

 

Es gibt unterschiedliche Globuline (α-Globuline, β-Globuline, ϒ-Globuline). Sie können Hinweis über den Verlauf einer Entzündung geben (akut-chronisch). Eine Erhöhung der ϒ-Globuline findet man bei der Leishmaniose aber auch bei schweren Lebererkrankungen.

 

Muskelwerte:

CK: Muskelenzym ist erhöht bei Muskelerkrankungen, aber auch direkt nach Bissen, Schlägen und Traumen

 

Glucose- Blutzucker

erhöht bei Stress, Diabetes, Krampfanfällen

erniedrigt bei Sepsis, Unterernährung, Leberinsuffizienz

 

Elektrolyte:

Natrium erhöht bei Wasserverlust und Fieber, erniedrigt bei schweren Durchfällen

Kalium erniedrigt bei Mangelernährung, erhöht bei akuter Niereninsuffizienz

Phosphat erhöht bei Niereninsuffizienz

Calcium erhöht bei malignen Tumoren, Vit.D- Vergiftung, Krampfanfällen, erniedrigt bei schweren Durchfällen

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Allgemeines zur Leishmaniose

- an der Mittelmeerküste Region Valencia ist die Sandmücke von April bis November aktiv

 

- die stechenden weiblichen Sandmücken (erkennbar an den großen, auffallenden schwarzen Augen) sind streng nachtaktiv

 

- sie sind sehr windempfindlich und daher am Strand eher nicht zu finden

 

-die normale Flughöhe beträgt 2m, allerdings zieht Glühbirnenlicht (gelbliches Licht) die Mücken magisch an, daher sollten besser Neonlampen oder Energiesparlampen zum Einsatz kommen

 

- die weiblichen Stechmücken stürzen sich überwiegend auf schlafende Opfer, da der Saugakt 2-5 Minuten braucht. Beim Hund sind wenig behaarte Stellen bevorzugt.

 

- ideale Reservoire für die Larven sind für südliche Verhältnisse kühle, feuchte Stellen (unter 30°C) wie alte Scheunen, undichte Brunnen, Tierställe, Komposthaufen, lehmgestampfte Kellerböden

 

- zur Prophylaxe bzw. Schutz bei Reise in südliche Länder sind das Scaliborhalsband® und die Spot-on-Präparate Advantix® und Exspot® zugelassen

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Buchtipp

Leishmaniose beim Hund

von Angelika Henning

 

Ein sehr wichtiges Buch bei so viel Unwissenheit. Empfohlen für Tierärzte, Studenten der Tiermedizin, Hundetrainer, Tierschützer und betroffene Hundehalter... Die Leishmaniose ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, denn leider muss ich sehr häufig feststellen, dass die Diagnose viel zu spät gestellt wird oder die Erkrankung gar völlig verkannt wird. Häufig wird auch vollkommen inadäquat therapiert und damit eine große Chance vergeben. Besonders wichtig ist die frühzeitige Diagnose, um vor allem die meist lebenslimitierende Nierenerkrankung möglichst zu verhindern.

 

http://www.leishmaniose-beim-hund.de/index.html

https://www.facebook.com/leishmaniose.buch/

Neurologie - Lähmung (Plegie und Parese)

Neurologische Symptome

 

Vereinfacht kann man das Nervensystem wie folgt unterscheiden:
- das zentrale NS (Gehirn und Rückenmark)
- das periphere NS (Nervenbahnen-und geflechte)

 

Lähmungen bezeichnet man als Plegie

 

Monoplegie - eine Extremität betroffen (zB nach einer Fraktur mit Verletzung eines Nerven)

Paraplegie - Querschnittslähmung (zB beim Cauda Equina-Syndrom, Bandscheibenvorfall, Tumoren- und Blutungen des Rückenmarks)

Tetraplegie - alle Extremitäten sind betroffen (Verletzung der obersten Halswirbel z.B. Autounfall, Strangulation der Galgos)

 

Ist die Lähmung inkomplett, spricht man von einer Parese.

 

Bei einer Halbseitenlähmung (z.B. durch einen Schlaganfall) spricht man von einer Hemiparese.
Bei Verletzung eines peripheren Nerven ist die Lähmung schlaff, z.B. das Bein hängt einfach herab.

 

Bei einer zentralen Verletzung z.B. durch eine Hirnblutung ist die Lähmung spastisch. Das Bein kann nur durch einen starken Widerstand bewegt werden. Bei langandauernder Lähmung kommt es dann zu den entsprechenden Fehlstellungen.

 

Ursachen von Lähmungen können sehr vielfältig sein wie Verletzungen (Trauma), Druckläsionen durch Tumore, Fehlstellungen, falsche Lagerung, Blutungen u.v.m.

 

Es gibt viele Erkrankungen des Nerven selbst ausgelöst durch Bakterien, Viren, Parasitosen, Autoimmunmechanismen u.a. oder auch durch Muskelerkrankungen wie die Myasthenie.

 

Tritt nach einem Unfall eine Lähmung auf, muss vor der neurologischen Untersuchung die betroffene Extremität geröntgt werden. Bei der Untersuchung könnte durch das Durchbewegen eine Fehlstellung verstärkt werden.
Je länger ein Nerv komprimiert wird, desto geringer ist die Aussicht auf völlige Rückbildung der Lähmung.

 

Die neurologische Untersuchung des Hundes:

 

Die neurologische Untersuchung des Hundes ist natürlich sehr ähnlich wie die des Menschen. Wer also schon mal beim Neurologen war, kennt das schon. Als Kinder haben wir uns ja oft mal einen Scherz gemacht, wenn man mit der Handkante auf die Patellarsehne schlug und das Bein nach vorne schleudert und natürlich rumgekichert.

 

Die beiden Videos finde ich sehr gelungen und gut erklärt:

 

Die neurologische Untersuchung beim Hund
Tiergesundheit aktuell

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Neurologie - Koordinationsstörung (Ataxie)

Neurologie Hund

Ataxie

 

Unter Ataxie versteht man Koordinationsstörungen von Bewegungsabläufen.

 

1. vom Kleinhirn (Cerebellum) ausgehend
2. vom Rückenmark ausgehend- die spinale Ataxie
3. die vestibuläre Ataxie (das Gleichgewichtsorgan betreffend)

 

Symptome der Kleinhirnataxie

 

das Kleinhirn ist für die Erhaltung des Gleichgewichts und der koordinierten Bewegung zuständig
Dysmetrie, eine falsche Abmessung der Zielbewegung
Nystagmus das sind zitternde Augenzuckungen
Tremor- das Zittern überwiegend der Extremitäten und des Rumpfes

 

Ursachen können Infarkte, Tumoren, Entzündungen, Parasitosen, Intoxikationen u.a. sein

 

spinale Ataxie

 

die Schädigung der zum und vom Kleinhirn führenden Rückenmarksbahnen kann zB. durch Wirbelsäulenveränderungen (Arthose, Bandscheibenschäden, Tumoren, Entzündungen,) oder Verletzungen verursacht werden.
Die spinale Ataxie verschlechtert sich bei Dunkelheit, da die Augenkontrolle wegfällt. Die Kleinhirnataxie bleibt gleich.

 

In den Hinterstrangbahnen (siehe Bild Rückenmark) werden Informationen zum Lageempfinden (z.B. Gelenkstellung) weitergeleitet (Tiefensensibilität).

 

Video zu Nystagmus:
http://www.youtube.com/watch?v=lceOFB4AqRs

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Schilddrüsenunterfunktion

Ab und an begegnen mir als Hundetrainer verzweifelte Hundebesitzer, deren Hunde wie aus dem nichts heraus ängstlich werden oder zu grundlosen Aggressionen neigen. Dies kann immer unterschiedliche Ursachen haben, es sollte aber vor einer Verhaltenstherapie immer über eine Untersuchung der Schilddrüse nachgedacht werden!

 

Subklinische Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden

 

Auswirkungen:

 

Die klassische Unterfunktion diagnostiziert man aufgrund von klaren körperlichen Symptomen. Eine entsprechende Untersuchung der Schilddrüsenwerte weist in der Regel Werte deutlich unter der Norm auf. Weniger bekannt ist jedoch, dass schon die subklinische Schilddrüsenunterfunktion, also eine Art Vorstufe zur klinischen Hypothyreose, entscheidende Verhaltensveränderungen beim Hund hervorrufen kann. z.B: : grundlose Aggression gegen Mensch und Tier, Unruhig, Desorientierung, Launenhaftigkeit, Unaufmerksamkeit, periodisch auftretende Hyperaktivität, Depressionen, Ängstlichkeit und Phobien, wird schnell nervös, plötzliche und extreme Unterwürfigkeit uva.

 

Die diese subklinische Form, bei der die Werte zwar noch in der Norm selbst, aber nahe am unteren Grenzwert liegen, sollte genauer in Augenschein genommen werden, da sie den Beginn einer Störung der Schilddrüse andeuten und schon gravierende Auswirkung auf das Verhalten des Tieres haben kann.

 

Getestet werden: Gesamt T4, freies T4, gesamt T3, freies T3, TSH, TAK, Cholesterin und Cortisol– je mehr Werte, desto größer die Aussagefähigkeit der Analyse.

 

Gebundenes T4, freies T4, Totales T4:

Um eine aussagekräftige Diagnose treffen zu können, ist die Angabe des freien Hormonwertes T4 dringend erforderlich!

 

Cortisol:

Ein erhöhter Cortisolspiegel ist häufig ein Symptom lang andauernder Stresssituationen. Der Cortisolüberschuß hemmt dabei die Produktion von Schilddrüsenhormonen.

 

© Dialog zwischen Mensch und Tier - Christel Löffler
Tierverhaltenstherapeutin für A.S.P.A. friends e.V.

 

Ergänzend von Dr. K. Berger:

 

In der Humanmedizin ist der TSH-Test ein zuverlässiger Screeningtest zur Diagnostik einer Schilddrüsenfehlfunktion. Beim Hund ist dieser Test alleine jedoch nicht ausreichend.
So kann beim Hund der TSH-Test noch im Normalbereich sein, aber das T4 (Thyroxin) bereits erniedrigt sein. Somit kann der Hund bei normalem TSH-Test eine Schilddrüsenunterfunktion haben.

 

Ein erniedrigtes T4 kann aber auch Folge einer schweren Allgemeinerkrankung sein. Auch viele Medikamente können den Hormonspiegel beeinflussen.

 

Bei einer ausgeprägten Unterfunktion ist der TSH-Test erhöht und T4 erniedrigt.

 

Gute Infos auch unter:
Laboklin-Aktuell

 

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist einfach zu therapieren. L-Tyroxin wird als Tablette verabreicht.

 

Da Schilddrüsenhormone beim Hunde schlechter als beim Menschen aus dem Darm aufgenommen und viel schneller verstoffwechselt werden, müssen sie – gemessen am Körpergewicht – um ein Vielfaches höher dosiert werden. Die Anfangsdosis beträgt etwa 20 µg/kg 2x täglich (zum Vergleich: die meisten Menschen erhalten 50-100 µg als Tagesdosis!)

 

In einem aktuellen Fall sollte eine Galga wegen zunehmender Reizbarkeit und Bissigkeit gegenüber einem Kind an uns zurück gegeben werden. Auf mein Anraten wurde die Schilddrüsenfunktion überprüft. Hierbei fand sich eine ausgeprägte Unterfunktion. Bereits nach 2 Wochen Therapie war die Galga ganz die "Alte". Die Familie war natürlich überglücklich.

 

Es wäre tragisch gewesen, wenn man die Schilddrüsenunterfunktion übersehen hätte.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. friends e.V.

Sommer mit Hund - Risiken und Vorbeugung

Sonnenbrand


Gefährdet sind hier oft unsere Galgos und die hellen bzw. weißen Hunde.
Betroffen ist oft die Nase. Hier kann Sonnencreme mit hohem LSF 50 helfen. Gut geeignet ist Kindersonnencreme ohne Parfümzusatz.

 

Hitzschlag


Bei der Überwärmung des gesamten Organismus kann es zu einem Hitzschlag kommen. Symtome sind je nach Ausmaß heftiges Hecheln, unregelmäßige Atmung, Fieber, Krämpfe, Erbrechen, Apathie, Bewusstlosigkeit und letztendlich Tod durch Herz-Kreislaufversagen.

 

Hunde können im Gegensatz zu uns Menschen überschüssige Hitze nur durch Hecheln und die Schweißdrüsen an den Pfoten abgeben.

 

Der Sonnenstich hingegen entsteht als Folge direkter Einwirkung von Sonnenstrahlen auf Kopf und Nacken. Dabei kann sich ein Gehirnödem (Wasseransammlung im Gewebe) entwickeln.

 

Die Behandlung bei Verdacht auf Sonnenstich oder Hitzschlag besteht aus dem sofortigen Verbringen in den Schatten oder in einen kühlen Raum, Begießen mit kaltem Wasser oder Anlegen kalter Umschläge um Schädel und Hals. Je nach Zustand ist der schnelle Transport zur nächst liegenden Tierarztpraxis oder Tierklinik notwendig (Vorsicht bei Transporten im heißen Auto!)

 

Gefährdet sind insbesondere alte und stark behaarte Hunde ( hier sollte evtl. ein Sommerschnitt bzw. das Scheren überlegt werden. Vorsicht ist auch bei hyperaktiven Hunden geboten. Sie haben keine natürliche Bremse.

 

Darum lieber vorbeugen:

  • Tiere im Sommer nicht in die pralle Sonne stellen oder dort anbinden (Sonnenlauf beachten!!)
  • Hunde niemals im geparkten Auto zurücklassen, auch nicht bei geöffneten Fenstern (unzureichende Zirkulation!)
  • Längere Spaziergänge in die kühleren Morgen- bzw. Abendstunden legen
  • Körperliche Anstrengung der Tiere vermeiden (zB. Radfahren)
  • Bei langen Spaziergängen oder langen Autofahrten Pausen einlegen und Wasser mitnehmen


Unterkühlung

 

Wenn gleich seltener, aber ein Hund kann sich auch mal in der Schwimmstrecke verrechnen und zu weit raus schwimmen. Auch ein Gartenteich oder Pool kann zur Gefahr werden (wenn keine Ausstiegsmöglichkeiten gegeben sind).

 

Bei Bootstouren sollten Hunde Schwimmwesten tragen, die im Handel erhältlich sind.

 

Insektenstich

  • Evtl. noch vorhandenen Stachel entfernen
  • Wenn möglich gleich kühlen (zB. coolpacks, Eiswürfel etc., aber immer ein Tuch darum wickeln, Eis nie direkt auf die Haut legen)
  • Hund beobachten (allergische Reaktion)
  • Evtl. Fenistil-Gel (antiallergische Salbe) auftragen

Persönlich bevorzuge ich den Leckerli –Test. Ist der Hund einem tollen Leckerli abgeneigt, muss man erst recht ein Auge auf ihn haben!

 

Verbrennungen


Sommerzeit ist auch Grillzeit. Ein Würstchen vom Grill klauen, kann böse enden.
Und wer kennt es nicht, man nimmt den heißen Rost vom Grill und schwups schon steht die Nase neben einem.

 

Vorgehen:

Sofortiges und ausreichendes Abspülen mit kaltem Wasser, bei großflächigen und tiefen Verbrennungen Wunde mit feuchten Tuch oder feuchten Kompressen abdecken und sofort den Tierarzt aufsuchen wegen möglicher Schocksymptomatik und bakterieller Infektion einer offenen Brandwunde.

 

Um feuchte Kompressen zu machen, eignet sich besonders sterile Kochsalzlösung. Besonders praktisch und einfach aus dem Optikerbedarf Kochsalzlösung zum Abspülen von Kontaktlinsen.

 

Damit kann man auch gut das Auge spülen z.B. bei Fremdkörperverdacht

 

Allergische Hautreaktionen


Auch unsere Vierbeiner wälzen sich gerne im Gras oder Heu. Bei den kurzhaarigen Hunden oder Galgos sieht man schnell allergische Reaktionen am Bauch und Thorax (Brustkorb) in Form von Rötungen und eitrigen Pusteln.

 

Viele Blumen und Gräser sind zudem phototoxisch, das heisst, zusammen mit dem Sonnenlicht reizen sie die Haut.

 

Manchen Vierbeiner reizt auch mal ein Ausflug durch's Kornfeld. Hier sind Kontaktallergien durch Dünger oder Pestizide möglich.

 

Hilfreich ist dann oft ein kühlendes Bad , abwaschen des Fells mit einem antiallergischen Shampoo wie zB. Allermyl®

 

Außerdem ist auch auf Parasitenbefall zu achten wie Zecken- und Flohbefall (hier helfen spot-on-Präparate).

 

Und auch sollte gerade zur heißen Jahreszeit an die Entwurmung gedacht werden.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. friends e.V.

Tollwutimpfung - warum diese beim Hund wichtig ist

Die Tollwut ist in weiten Teilen der Welt verbreitet. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich rund 55.000 Menschen an Tollwut.

 

Deutschland gehört zu den Ländern Europas, in denen durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen, vor allem durch die orale Immunisierung (Schluckimpfung durch Ausbringen von Köder) der Füchse, die Tollwut bei Wild- und Haustieren getilgt werden konnte. Der letzte Tollwutfall in Deutschland trat im Februar 2006 bei einem Fuchs in der Nähe von Mainz auf. Die orale Immunisierung wurde noch bis einschließlich des Frühjahres 2008 durchgeführt; nach internationalen Kriterien sind weitere Impfaktionen in Deutschland somit nicht mehr erforderlich. Haus- und Wildtiere, insbesondere Füchse, werden jedoch weiterhin diesbezüglich überwacht.

 

Neben Deutschland erlangten auch die Schweiz, Finnland, die Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien sowie die Tschechische Republik durch die orale Immunisierung der Füchse offiziell den Status „tollwutfrei" (frei von terrestrischer Tollwut). Als frei von terrestrischer Tollwut gelten seit langem auch Griechenland, Spanien, Portugal, Großbritannien, Irland und die skandinavischen Länder. In Ländern wie Polen, der Slowakei, Ungarn und Estland sind in den letzten Jahren nur noch sporadisch Einzelfälle von Tollwut gemeldet worden.

 

In allen anderen europäischen Ländern bleibt die Tollwut bei Wild- und Haustieren nach wie vor noch ein Problem!

 

In Mittel- und Südamerika ist die Fledermaustollwut von großer Bedeutung. Bislang wurden in Europa jedoch nur Einzelfälle bei Fledermäusen nachgewiesen.

 

Für in Deutschland lebende Menschen bestehen gegenwärtig erhöhte Infektionsrisiken fast ausschließlich bei Reisen in Länder mit endemischen Vorkommen der Tollwut (va. auch Asien und Afrika).

 

Der letzte Tollwutfall bei einem Menschen in Deutschland trat im Jahr 2007 auf. Es handelte sich um einen Mann, der in Marokko von einem streunenden Hund gebissen wurde.

 

Die häufigste Infektionsquelle der Tiere ist der Fuchs, der das hauptsächliche Virusreservoir darstellt. Hunde und Katzen spielen vor allem als Expositionstiere für den Menschen eine wichtige Rolle.

 

Die Immunisierung (Impfung) einer großen Zahl von Haustieren, insbesondere von Hunden und Katzen, hat zu einer effektiven Einschränkung der Übertragung der Tollwut auf den Menschen geführt. Erst die orale Immunisierung der Füchse hat jedoch eine wirkungsvolle Bekämpfung und Ausrottung der Tollwut in weiten Teilen Europas ermöglicht, da durch die Impfung die Infektkette innerhalb des Hauptvirusreservoirs erfolgreich unterbrochen wurde.

 

Da eine Tollwuterkrankung immer zum Tod des betroffenen Patienten führt, müssen präventive Maßnahmen bei potenziell Exponierten besonders wirksam sein und ohne Zeitverzug durchgeführt werden.

 

Weiterhin sollte eine Impfung bei Reisenden mit einem entsprechenden Expositionsrisiko (z.B. bei Trekkingtouren) in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z.B. durch streunende Hunde) durchgeführt werden.

 

Wegen der Gefährlichkeit der Tollwut hat der Gesetzgeber besondere Maßnahmen angeordnet:

Tollwut erkrankte Tiere müssen getötet werden.

 

Für Hunde gilt dies bereits, wenn sie mit wutkranken oder seuchenverdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind!!!


Wenn der Hund nachweislich schutzgeimpft ist, besteht für ihn keine Tötungspflicht. In der Regel wird er nur nachgeimpft und eine gewisse Zeit unter Beobachtung gestellt.

 

Im Sinne der Tollwutverordnung ist ein wirksamer Impfschutz 21 Tage nach einer Erstimmunisierung ausgebildet, wenn der Hund zum Zeitpunkt der Impfung mindestens 3 Monate alt war.

 

Daher sind unsere Welpen gemäß den aktuellen Einreise-und Transportbedingungen immer schon fast 4 Monate alt.

 

Um einen andauernden, ununterbrochenen Impfschutz zu erreichen, müssen deshalb regelmäßig Wiederholungsimpfungen erfolgen.

 

Das Impfintervall ist vom Impfstoff abhängig. Inzwischen muss erst nach 3 Jahren aufgefrischt werden. Das solltet ihr mit eurem Tierarzt besprechen.

 

Im Impfpass des Hundes erkennt man diese Impfkomponente amT auf dem Aufkleber im entsprechenden Impfstofffeld.

 

Fazit: Die Tollwutimpfung gewinnt nicht durch das statistische Infektionsrisiko an Bedeutung, sondern durch den tödlichen Verlauf bei Infektion!!!


Deutschland: importierter Welpe mit Tollwut

(09.04.2010) Durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) konnte der Tollwutverdacht bei einem im Februar aus Bosnien eingeführten Welpen bestätigt werden.

Weiter unter: Vet-Magazin

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Tollwutimpfung - nur noch alle 3 Jahre

Seit Änderung der Tollwutverordnung 2005 ist die jährliche Impfpflicht nicht mehr gegeben.
Bestimmte Impfstoffhersteller haben für ihren Tollwut-Impfstoff die Zulassung erweitert, so dass beim Hund (und andere Tiere)das Impfintervall verlängert werden konnte und nur noch alle 3 Jahre nachgeimpft werden muss, bei der Katze sogar erst nach 4 Jahren.
Hierbei handelt es sich nicht um einen völlig neuen Impfstoff, sondern es wurde in Untersuchungen nachgewiesen, dass bei der Tollwutimpfung eine längere Immunität erreicht wird und eine jährliche Impfung nicht nötig ist. Im Rahmen dieser Erkenntnisse haben dann die Hersteller der Impfstoffe ihre Zulassung erweitert.

 

Auch bei den anderen Impfungen (Parvo, Staupe, Hepatitis) zeigen Untersuchungen aus der USA, dass jährliches Nachimpfen gar nicht nötig ist. Wann auch hier ein Umdenken einsetzt, wird man abwarten müssen.
Es stimmt einen jedoch schon skeptisch, wenn man in die Humanmedizin schaut und ZB. bei Tetanus eine Auffrischimpfung nach regelrechter Grundimmunisierung nur alle 10 Jahre nötig ist!

 

Siehe zum Bsp. Impfstoff Enduracell (Auszug aus dem Beipackzettel):

 

Enduracell® T, Suspension zur Injektion für Hunde, Katzen, Rinder und Pferde

 

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung
Eine Impfdosis zu 1 ml enthält:
Immunologisch wirksamer Bestandteil
Tollwut-Antigen (Flury LEP), inaktiviert ≥1 I.U.*
Wirksame Bestandteile
Adjuvans: Aluminiumhydroxid (3 % w/v) 2.1 mg
Konservierungsstoff: Thiomersal ≤0.1 mg *) I.U.: Internationale Einheit gemäß Europäischem Arzneibuch.
Eine vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.

 

3. Darreichungsform
Suspension zur Injektion.

 

4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Zieltierart/en
Hunde, Katzen, Rinder und Pferde.
4.2 Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart/en
Zur aktiven Immunisierung von Hunden, Katzen, Rindern und Pferden gegen Tollwut. Die Impfung verhindert Erkrankung und Mortalität.
Beginn der Immunität:
Belastbarer Impfschutz bei Hunden, Katzen, Rindern und Pferden ist ca. 14 Tage nach der Impfung ausgebildet.
Bis dahin sollten geimpfte Tiere keinem Infektionsrisiko ausgesetzt werden.
Die Dauer der Immunität beträgt bei Hund und Rind 3 Jahre, bei der Katze 4 Jahre und beim Pferd 18 Monate.

 

Innerhalb der EU werden die Mehrjahresimpfstoffe anerkannt. Einige Länder verlangen nach wie vor eine Titerbestimmung. Bei Auslandreisen ist es aber immer sicher nachzufragen.

 

Bei den meisten Impfstoffen ist wie bisher nur eine einmalige Grundimmunisierung beim Welpen vorgeschrieben. Die entsprechenden Impfstoffe sollten auch vom Tierarzt vorgezogen werden.

 

Man sollte daher den Tierarzt vor der Impfung darauf ansprechen. Sollte sich der Tierarzt weigern, kann ich nur raten, den Tierarzt zu wechseln.

Da eine Impfung grundsätzlich, wenn auch selten, Nebenwirkungen haben kann, sollten die Mehrjahresimpfstoffe auf jeden Fall bevorzugt werden.

 

Die Tollwutimpfung enthält entsprechende Adjuvantien (das sind Stoffe, die die Wirkung des Impfstoffes verstärken). Diese stehen im Verdacht, ein Impfsarkom zu begünstigen. Das Impfsarkom ist beim Hund im Vergleich zur Katze sehr selten. Wobei ich hier die Frage kritisch stellen würde, ob gegebenenfalls auch dieser Zusammenhang bei Erkrankung erkannt wird.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Wurmerkrankungen - Helminthosen

Begriffe:

Nematoden sind Rundwürmer.
Zestoden sind Bandwürmer
Trematoden sind Saugwürmer.
Bandwürmer und Saugwürmer gehören in die Familie der Plattwürmer.

 

Häufigste Bandwurmarten in Europa :

Rinderbandwurm: Taenia saginata
Schweinebandwurm: Taenia solium
kleiner Hundebandwurm: Echinococcus granulosus
kleiner Fuchsbandwurm: Echinococcus multilocularis

 

Wichtigste Rundwurmarten in Europa:

Ascariden, Toxocarien und Toxascaris sind Spulwürmer
Ankylostomatiden und Uncinaria sind Hackenwürmer
Trichuriden sind Peitschenwürmer
Trichinellen sind Fadenwürmer
Strongyloides sind Zwergfadenwürmer

 

Spulwürmer:

 

Der Befall mit dem Spulwurm Toxocara canis und Giardien gehört zu den häufigsten Endoparasitosen (Parasitenbefall des Darmes). Somit wird sich jeder Hund einmal mit Spulwürmern wohl oder übel infizieren.

 

Die Infektion mit Toxocara canis erfolgt oral durch die Aufnahme von Wurmeiern mit infektionsfähigen Larven (zB.beim Spaziergang).Die Infektion unserer Tierschutzwelpen erfolgt in aller Regel schon vor der Geburt im letzten Trächtigkeitsdrittel. Infizierte Welpen scheiden zu Beginn der 4. Lebenswoche bereits Eier aus, welche von der Mutter im Rahmen der Fellpflege wieder aufgenommen werden. Nach der Infektion eines erwachsenen Hundes wandern die Larven vom Darm über Leber und Lunge, Luftröhre und Kehlkopf wieder in den Dünndarm, wo sie schließlich geschlechtsreif werden. Bei guter Immunitätslage gelangen sie auf dem Blutweg in die Lunge und verteilen sich anschließen in verschieden Organen und der Muskulatur. Hier bilden sie spezielle Kapseln aus und begeben sich teilweise über mehrere Jahre in ein Ruhestadium. Diese Hunde sind dann symptomfrei.

 

Obwohl eine Spulwurm-Infektion bei erwachsenen Hunden in der Regel symptomlos verläuft, kann es bei einem massiven Befall zu Müdigkeit, Appetitmangel, Abmagerung, aufgetriebenem Bauch durch die vielen Würmer, Erbrechen, glanzlosem Fell, Husten bis hin zu nervösen Erscheinungen mit Krämpfen oder Darmverschluss kommen. Bei Massenbefall kann es unter Umständen sogar zu einem Darmwandriss mit Todesfolge kommen. Nicht selten treten auf Grund der Körperwanderung der Larven Blutungen in Darm, Leber und Lunge auf.

 

Spulwürmer werden bis zu 20 cm lang (Spaghettiform). Eine Infektion kann durch Kotuntersuchungen nachgewiesen werden, allerdings schließt ein negativer Befund keinen Wurmbefall aus! Es werden teilweise bis zu 200.000 Eier täglich mit dem Kot ausgeschieden. Bei Jungtieren findet man besonders bei unseren Hunden gelegentlich adulte Würmer im Durchfallkot oder im Erbrochenen.

 

Toxocara-Eier bleiben in der Außenwelt monatelang infektiös.

 

Hakenwürmer:

 

Ein Hakenwurmbefall ist sehr häufig bei Hunden aus Osteuropa zu vermuten. Eine Untersuchung von Greyhound-Rennhunden in England ergab einen Anteil von 42 Prozent (Eckert 2000). In einer Untersuchung von Hunden in Deutschland wird die Befallsrate mit Ancylostomen mit 8,6 Prozent bei Endoparasiten-positiven Hunden angegeben (Barutzki 2003).

 

Die Infektion erfolgt vorwiegend oral durch die Aufnahme infektiöser Larven. Außerdem ist auch eine Infektion über Nagetiere sowie über die Muttermilch möglich (Hauptinfektionsweg für Welpen) Die Infektion direkt über die Haut ist selten. Nach der Larvenwanderung, die sich nach dem Infektionsweg richtet, siedeln sich die Larven im Lumen des Dünndarmes an, wo sie ihren Entwicklungszyklus beenden und geschlechtsreif werden.

 

Die beim Eindringen der Larven und die bei der Larvenwanderung entstandenen Schäden bestimmen das Krankheitsbild. Bei perkutaner Infektion kann es zu Juckreiz und einem Ekzem (juckender Hautauschlag) kommen. Durch die Lungenpassage und die damit einhergehenden Veränderungen in der Lunge kann Husten provoziert werden. Im Dünndarm heften sich die adulten 1-2 cm langen Hakenwürmer an die Schleimhaut und verursachen je nach Befallsstärke neben Durchfall und Wasserverlusten auch Blut- und Eiweißverluste. Somit sind natürlich Welpen, unterernährte, sehr alte Tiere sowie Tiere mit konsumierenden Erkrankungen (ZB. Tumoren oder Leishmaniose erkrankte Tiere) bin besonderem Maße gefährdet.

 

Wichtig: therapieresistenter Husten kann Hinweis auf eine Wurminfektion sein!

 

Peitschenwurm:

 

Der Peitschenwurm Trichuris vulpis ist ein Dickdarmparasit, der bei über 9 bis 10 Wochen alten Hunden vorkommt. Die 4-7 cm langen Peitschenwürmer sind jedoch nicht so weit verbreitet wie Spul- oder Hakenwürmer. Nur ein hochgradiger Befall verursacht beim Hund klinische Symptome wie Abmagerung, Entwicklungsstörungen, Blutarmut und einer teilweise blutigen Dickdarmentzündung.


Die Eier sind im feuchten Milieu in der Außenwelt über Jahre infektiös!

 

Fazit:

 

Jeder Hund sollte daher regelmäßig entwurmt werden. Die Eigendiagnostik (ich sehe keine Würmer im Stuhl und mein Hund hat keinen Durchfall) ist daher nicht ausreichend.
Des weiteren kann sich der Mensch selbst infizieren. Insbesondere kleine Kinder sind gefährdet.
Nach einer medikamentösen Entwurmung werden die absterbenden Würmer über mehrere Tage ausgeschieden, da ja unterschiedliche Entwicklungsstadien abgetötet werden.Insbesondere bei Welpen ist meist eine Wiederholung der Therapie im Abstand von 10-14 Tagen nötig.

Bei Welpen und Hundemüttern muss am am ehesten an Giradien, Spulwürmer und Kozidien denken. Hunde auf großen Ausläufen werden mit Giardien, Kokzidien, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Peitschenwürmer konfrontiert. Der Verzehr einer Maus oder eines "Schafsknödels" birgt eher die Gefahr einer Bandwurminfektion.

Wer auch noch eine Samtpfote zu Hause hat, sollte Hund und Katze regelmäßig zusammen entwurmen.

 

Bandwürmer:

 

Bandwürmer (Zestoden) erinnern in ihrer Form eher an eine "Bandnudel", wobei die Länge des adulten Wurmes von einigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern schwankt.
Bandwürmer bestehen wie eine Kette aus vielen funktionsfähigen Gliedern. Diese werden Proglottiden genannt.
Abgelöste Endglieder werden mit dem Kot ausgeschieden und vom Hundehalter entdeckt v.a. wenn sie am Fell im Bereich des Afters hängen bleiben und sich noch bewegen.
Je nach Art enthält diese Proglottide ca. 10.000-100.000 Wurmeier.

 

Hund und Katze dienen dem Bandwurm als Endwirt und bereiten diesen kaum gesundheitliche Schäden.Als Zwischenwirte kommen überwiegend Flöhe und Nager in Betracht, die sich wiederum mit den Eiern infizieren.
Daraus entwickeln sich dann die sogenannten ansteckungsfähigen Finnen.

 

Echinococcus granulosus- der kleine Hundebandwurm:

  • ist in Deutschland selten, tritt überwiegend in den Mittelmeerländern und Osteuropa auf. Die Infektion erfolgt oft während einer Urlaubsreise
  • Endwirt ist der Hund, Zwischenwirt ist v.a. das Schaf, Rind, Schwein und Pferd
  • Bandwurmeier sind bei ca. 7°C ungefähr 200 Tage !!! infektiös, bei Temperaturen über 20°C ca. 50 Tage
  • erkrankt der Mensch als Fehlwirt entwickelt sich die zystische Echinococcose. Die Inkubationszeit beträgt 5-15 Jahre

Zielorgan der Zystenbildung ist bevorzugt die Leber (seltener Lunge, Milz, Gehirn), die Zysten haben eine feste Außenhaut und kommen oft solitär vor. Mittel der Wahl ist zunächst eine chirurgische Intervention.
Oft ist nur eine lebenslange, mit erheblichen Nebenwirkungen begleitende, medikamentöse Therapie möglich.

 

Echinococcus multilocularis- der Fuchsbandwurm:

  • besonders Süddeutschland, die Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich sind betroffen
  • je nach Region sind über 50% der Rotfüchse (der Hauptendwirt) infiziert!!!
  • adulte Würmer findet man bei Hund, Fuchs, Katze und Wolf
  • der normale Zyklus verläuft zwischen Nagern und Füchsen
  • Hund und Katze infizieren sich meist durch das Fressen eines Nagers (Zwischenwirt)
  • in einem Fuchs können bis zu 200.000 Bandwürmer leben, diese scheiden mit dem Kot die Proglottiden aus, in denen wiederum die Bandwurmeier enthalten sind
  • die Eier vom Fuchsbandwurm werden erst bei über 60°C abgetötet (also Beeren abwaschen reicht nicht aus!)
  • die Fuchsbandwurminfektion gewinnt durch die mögliche Infektion des Menschen an Bedeutung
  • ausgeschiedene Eier von Hund, Katze, Fuchs zB. an der Waldbeere gelangen in den menschlichen Darm, die daraus entstehenden Larven wanden durch die Darmwand via Blut -und Lymphsystem va. in die Leber,
    seltener sind andere Organe betroffen
  • die alveoläre Echinococcose zeigt sich durch eher bläschenartige Hohlraumbildung, wobei die Wand der Bläschen in das gesunde Gewebe infiltriert, sodass eine chirurgische Entfernung schwieriger bzw. oft unmöglich ist
  • die medikamentöse Therapie ist lebenslang und nach wie vor unbefriedigend und stellt für die Betroffenen eine große Belastung dar. Die Mortalität ist nach wie vor sehr hoch

Fazit:

 

wenn gleich die Echinococcose für unseren Hund eine geringe medizinische Bedeutung hat, so gewinnt diese durch die potentielle Infektionsgefahr für den Menschen wesentlich an Bedeutung!
Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist eine meldepflichtige Erkrankung. Daher richtet sich eine Behandlung des Hundes im Wesentlichen an der Infektionsgefahr für den Menschen. Für den Menschen birgt die Infektion die Gefahr einer schwerwiegende oder gar lebensbedrohlichen Erkrankung.

 

Dipylidium caninum- der Gurkenkernbandwurm:

  • kommt bei Hund und Katze häufig vor, die Infektion verläuft meist ohne Symptome
  • Zwischenwirt sind Flöhe (müssen daher mit behandelt werden)
  • die Infektion des Menschen ist sehr selten und ungefährlich

 © Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Zahnstein

Zahnstein beim Hund

Probleme unserer Neuankömmlinge - Zahnstein

 

Viele Pflegefamilien erschrecken regelmäßig, wenn sie bei unseren neuankommenden Hunden einen heftigen Zahnstein entdecken.Viele denken dann sofort an eine komplette Zahnsanierung, die in Narkose erfolgen muss.

 

Aber wer unseren Newsletter regelmässig liest, konnte sehen, dass eine Zahnsteinentfernung sehr gut selbst durchgeführt werden kann. Gerade wenn so ausgeprägte Kalkspangen vorliegen, kann man sie gut entfernen.

 

Um die Kooperation zu gewährleisten, empfiehlt es sich, erst mal mit 2 Zähnen anzufangen und eine gute Belohnung bereit zu halten.

 

Auch hier sieht man, dass unter der Plaquebildung ein weisser Zahn hervorkommt. Auch wenn man etwas hartnäckig bleiben muss, aber die Hunde gewöhnen sich daran und ich finde, eine nicht ungefährliche Narkose zu sparen, macht wirklich Sinn.

 

Ist allerdings aus anderen Gründen eine Narkose erforderlich, sollte man immer nach den Zähnen schauen lassen.

 

Wenn man nun den gesamten Zahnstein entfernt hat, kann man die Zähne mi Bimssteinmehl nachpolieren. Man rührt sich etwas Mehl an, entweder man nimmt den Finger und massiert mit kreisenden Bewegungen v.a. den Zahnhals oder man nimmt eine Hundezahnbürste. Ebenfalls möglich ist eine Kinderzahnbürste. Und der Profi kann auch eine elektrische Kinderzahnbürste benutzen.

 

Man muss sich nur trauen und vor allem in Etappen arbeiten.  So spart man jede Menge Kosten und seinem Vierbeiner eine Narkose.

 

 © Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

Zecken

Zecke am Hund

Die beiden größten Familien sind die Schild-und Lederzecken.


Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)
gehört zu den Schildzecken, kommt in ganz Deutschland vor und überträgt Borrelien und FSME-Virus auf Mensch und Tier.


Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
gehört zu den Schildzecken, vorwiegend im östlichen und südwestlichen Teil Deutschlands, sie überträgt vor allem die gefürchtete Hundemalaria, die Babesiose. Sie hält sich auch gut in trockenen Gebieten.


braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
sie befällt nur den Hund und ist Überträger der Erlichiose und Babesiose.


Igelzecke (Ixodes hexagonus)
gehört ebenfalls zu den Schildzecken, kommt in ganz Deutschland vor, infiziert den Menschen selten, ist aber Überträger der Borrelien und des FSME-Virus.


Schafzecke (Dermacentor marginatus)
gehört zu den Schildzecken, vorwiegend südlich des Mains, auf Gebieten mit Schafbeweidung. Erträgt gut Trockenheit.


Taubenzecke (Argas reflexus)
gehört zu den Lederzecken, findet sich an Gebäuden in der Nähe von Taubenbrutplätzen, sie kann über Jahre hungern und ist ausgesprochen klimaresistent
um nur einige von vielen Hundert Zeckenarten zu nennen!!!


Entwicklungszyklus der Zecken:
Eier-Larve-Nymphe-adulte( erwachsene) Zecke

 

Jedes Entwicklungsstadium muss Blut saugen, bevor es sich zum nächsten Stadium häutet. Die gesamte Entwicklung dauert ca. 2-3 Jahre.


ideales Zeckenwetter:
feucht warm, meist kommt es nach einer Trockenperiode beim ersten Regen und Temperaturen über 10°C geradezu zu einer Zeckenexplosion.


Mythos:

Zecken fallen von den Bäumen- das ist falsch!


Zecken klettern ca. 1,20m-1,50m hoch, an Grässern und Kräutern, Farne.Die Auwaldzecke klettert gerne auf hohe Grashalme entlang von Wegen und Lichtungen.


Gefahren für den Zweibeiner:

Auch für uns Zweibeiner geht von den Zecken eine nicht unerhebliche Gefahr aus.


Folgende Erkrankungen können übertragen werden:


FSME (Frühsommerzeckenencephalitis)
Hierbei kommt es zu einer Entzündung des Gehirns. Die Gefahr von chronischen Schäden ist nicht unerheblich, so dass in Risikogebieten unbedingt geimpft werden sollte. Gerade bei Erwachsenen ist die Gefahr von bleibenden hirnorganischen Schäden recht groß.
Allein in Baden-Württemberg infizieren sich laut amtlicher Statistik jährlich 100 bis 150 Menschen mit dem Virus.
Österreich konnte durch erfolgreiches Impfen die Gefahr von Neuerkrankungen drastisch senken.In Österreich sind ca. 90% der Bevölkerung geimpft, in Deutschland nur ca. 15%.Selbst wenn man nicht in einem Risikogebiet wohnt, so ist man jedoh möglicherweise auf Reisen gefährdet.

 

Borreliose
kann, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, mit Antibiotika gut behandelt werden
Diese Erkrankungen sind allgemein bekannt. Doch leider bergen diese Spinnentiere noch weitere Gefahren.
So steigt auch die Gefahr der Babesioseinfektion für den Menschen.

Das Krankheitsbild der humanen Babesiose kann zur Verwechslung mit der Malaria führen analog zur Babesiose beim Hund, der Hundemalaria.
Babesia divergens, der Erreger findet sich in Deutschland in fast jeder 10. Ixodes-Zecke. Die Prognose ist gut, gefährliche Verläufe kann es allerdings bei Patienten geben, bei denen eine Milzentfernung vorgenommen werden musste.
Ursache von Fieber nach Zeckenstich kann auch die humane granulozytäre Anaplasmose sein. Überträger ist der Holzbock. Der Erreger Anaplasma phagocytophilum verursacht eine akute, fieberhafte Erkrankung. Die Behandlung erfolgt mit dem Antibiotikum Doxycyclin über 7 Tage.

 

Folgende Erkrankungen werden als Rickettiosen (Überträger sind Bakterien der Gattung Rickettsia) bezeichnet. Längst machen auch diese Infektionskrankheiten vor Deutschland nicht halt-Tendenz leider steigend.


Q-Fieber
Überträger ist u.a. die Schafszecke. Erreger ist das Bakterium Coxiella burneti.
Die adulten Zecken geben in das Fell der Tiere Kot ab, der große Mengen an Coxiellen enthalten kann. Infizierte Tiere scheiden Coxiellen mit Kot, Urin, Milch und anderen Exkreten aus.
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Inhalation infektiösen Staubes oder durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren. Coxiella burnetii ist hoch kontagiös; weniger als zehn Keime können zu einer humanen Q-Fieberinfektion führen.
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis drei Wochen. Ca. 50 % der Q-Fieber-Infektionen verlaufen ohne Symptome oder mit nur milden grippeähnlichen Symptomen. Eine akute humane Q-Fieberinfektion verläuft unter dem Bild einer "Sommergrippe" mit hohem Fieber und Gliederschmerzen, als typisch gelten heftige, retroorbitale (hinter den Augen) Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf kann eine atypische Pneumonie(Lungenentzündung) und/oder eine Hepatitis (Leberentzündung) auftreten; seltener kommt es zu akuten Myo- und Perikarditiden (Entzündung des Herzmuskels und des Herzbeutels). Selten geht die Entzündung in einen chronischen Verlauf über. Die schwerwiegendste Organmanifestation bei chronischen Verläufen ist die Q-Fieber-Endokarditis (das bedeutet eine Entzündung der Herzklappen), die noch bis zu zehn Jahre nach der Primärinfektion auftreten kann.


Fleckfieber
Rickettsia conori ist Erreger des Mittelmeerfleckfiebers und wird durch die braune Hundezecke übertragen. Symtome sind auch hier Fieber, Gliederschmerzen u.a.. An der Einstichstelle kann es zu einem fleckförmigen Ausschlag kommen mit Geschwürsbildung an der Einstichstelle. Komplikationen sind tiefe Venenthrombosen.


TIBOLA (tick-borne Lymphadenopathie)
Überräger ist die Schafszecke, Erreger ist Rickettsia slovaca.

Die Haare und Fell liebenden Schafszecken stechen daher gerne in die Kopfhaut. Typisch sind neben Fieber, Gelenkschmerzen eine Schwellung der Hals- und Nackenlymphknoten. An der Einstichstelle entsteht ein tiefes nekrotisierendes Geschwür. Einen aktuell neuen Fall gab es in Rheinland-Pfalz.


Behandelt wird ebenfalls mit Doxycyclin.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Symptome verdächtig sind:

Fieber, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkbeschwerden, Hautausschläge, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Geschwürbildung an der Einstichstelle.

 

Gefahren für den Vierbeiner
Borreliose, Erlichiose, Babesiose, Anaplasmose
Hier möchte ich noch mal auf unser ausführliches Merkblatt hinweisen. Allerdings ist die Bezeichnung Mittelmeerkrankheiten "eigentlich" nicht mehr zutreffend.

 

Prophylaxe Zweibeiner
geschlossene, am besten helle Kleidung (sind die Zecken besser zu sehen).
Insektenschutzmittel haben nur eine eingeschränkte Wirksamkeit.
Den Körper absuchen, denn die Infektionsgefahr ist erst nach ca. 3 Tagen deutlich erhöht. D.h. je schneller die Zecke entfernt wird, um so geringer ist das Infektionsrisiko.

 

Mein persönlicher Tipp ist diese nageleisenähnliche "Zeckenzange". Selbst an sehr empfindlichen Stellen ist die Zecke sanft zu entfernen. Gibt es im Fachhandel in unterschiedlichen Größen.
Geeignet sind auch Zeckenkarten (in der Apotheke erhältlich). Die Zecke selbst sollte nicht verletzt werden, da im "ÜBERLEBENSKAMPF" die Gifte erst recht in unsere Haut abgegeben werden.
Impfung gegen FSME in Risikogebieten: Hier sollte Rücksprache mit dem Hausarzt gehalten werden.

 

Prophylaxe für den Vierbeiner
nach dem Spaziergang Körper absuchen
spot-on- Präparate sind Lösungen, welche als kleine Plastikampullen verpackt sind und direkt auf die Haut aufgeträufelt werden (je nach Verbreitungsgebiet unbedingt zu empfehlen).
Diese Präparate sollten eine repellierende (Zecke kann sich erst gar nicht festbeissen) Wirkung haben, d.h. die Zecke wird schon abgetötet, während sie sich über das Fell bewegt, da sie dabei den Wirkstoff aufnimmt.

 

Zecken sind wahre Überlebenskünstler. So können sie in der Kleidung sogar den Kochwaschgang überleben. Der Trockner ist allerdings tödlich!
Die Ixodes-Zecken gehen im Haus wegen mangelnder Feuchtigkeit meist nach einem Tag zugrunde, die Hundezecke allerdings kann sich sogar im Haus vermehren und bei uns den Winter überleben.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.

 

Zwingerhusten

Zwingerhusten, infektiöse Tracheobronchitis, kennel cough

 

Definition

 

Zwingerhusten ist eine hochkontagiöse Infektionskrankheit der Atemwege des Hundes, an der verschiedene Erreger beteiligt sein können. Das Erregerspektrum variiert ja nach geographischer Lokalisation. In den meisten Fällen wird die Krankheit primär durch Viren hervorgerufen. Bakterien sind seltener die Verursacher.

 

Die Erkrankung ist durch einen heftigen „bellenden" Husten gekennzeichnet, der für Tier und Mensch gleichermaßen belastend ist.

 

Der Zwingerhusten ist ein multifaktorielles Geschehen, an dem neben verschiedenen Viren und Bakterien auch nichtinfektiöse Faktoren wie schlechte Haltungsbedingungen (zu hohe oder zu niedrige Temperatur, Luftfeuchtigkeit, mangelhafte Hygiene, Stress durch Umgebungswechsel) oder auch ein schlechter allgemeiner Gesundheitsstatus (Mangelernährung, Wurmbefall, Zahnwechsel, ungenügender Immunstatus) beteiligt sind.

 

Zwingerhusten verläuft meist unkompliziert und heilt innerhalb von zwei Wochen von selbst.

 

Ätiologie und Pathogenese

 

Am Zwingerhusten kann eine Vielzahl von Erregern beteiligt sein. Haupterreger sind Bordetella bronchiseptica,und das canine Parainfluenzavirus (CPIV). Häufig liegen kombinierte Infektionen vor. Andere Bakterien und Mykoplasmen können beteiligt sein. Auch humane Influenzaviren können Zwingerhustensymptome beim Hund hervorrufen.

 

Die beteiligten Virusarten sind von Land zu Land und von Ausbruch zu Ausbruch verschieden und hängen mit der Art der Hundehaltung (Einzelhaltung, Massenhaltung, viele Kontakte mit andern Hunden) zusammen. In den deutschsprachigen Ländern sind meist Viren beteiligt.

 

Eine Übertragung zwischen verschiedenen Tierarten wird vermutet.

 

Therapie und Prognose

 

Bestehen nur leichte klinische Symptome, muss nicht unbedingt eine Therapie erfolgen. Gegen die Virusinfektionen gibt es keine kausale Therapie.

 

• Die symptomatische Therapie sollte sich auf die Vermeidung von Komplikationen konzentrieren. Den Patienten soll zwei bis drei Wochen Ruhe gewährt werden. Hundekontakte sind möglichst zu vermeiden und die Raumluft soll nicht zu warm sein und befeuchtet werden. Hunde können auch gut inhalieren, insbesondere wenn der Zweibeiner mitmacht.

 

• Zustände, die Husten auslösen (z. B. Anstrengung, Aufregung) sollten vermieden werden. Antitussiva (z. B. Codein) können in unkomplizierten Fällen gegeben werden, besser und ausreichend sind schleimlösende Medikamente und der Zweibeiner sollte darauf achten, dass der Hund möglichst viel Flüssigkeit aufnimmt (so löst sich das Sekret in der Lunge besser). Sie sind vor allem indiziert, wenn übermäßiger Reizhusten vorhanden ist (v. a. nachts, wegen des Besitzers). Antitussiva (Hustenhemmer) sollten nicht bei feuchtem Husten und bei Verdacht auf eine bakterielle Pneumonie gegeben werden.

 

• Antibiotika sollten verabreicht werden, wenn bakterielle Infektionen erwartet werden.Die Therapie sollte am besten nach Antibiogramm (d.h. man ermittelt den Erreger und schaut dann, welches Antibiotikum am besten anspricht) erfolgen.

 

• Da die Ausbreitung via Tröpfcheninfektion, durch große Partikel beim Husten und Niesen und durch infektiöse Sekrete auf der Kleidung der Besitzer, an Futter- und Reini- gungsutensilien erfolgt, müssen strenge Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Infizierte Hunde müssen isoliert, und kontaminierte Bereiche desinfiziert werden (übliche Desinfektionsmittel sind wirksam).

 

Die Prognose ist bei unkompliziertem Zwingerhusten sehr gut. Meist tritt Selbstheilung in ein bis zwei Wochen ein. Bei geschwächten Junghunden mit kompliziertem Kranhkheitsverlauf sind vereinzelt bleibende Schäden (Bronchiektasen, Abszesse, Pleuraempyem, Emphysem) und sogar Todesfälle möglich.

 

Humane Influenzaviren kommen als begleitende Erreger des Zwingerhustens in Frage.

 

Die Rolle des Hundes bei der Verbreitung menschlicher Influenzaviren ist ungeklärt, vermutlich überträgt der Mensch seine Viren auf den Hund und nicht umgekehrt. Es gibt keinen sicheren Anhaltspunkt, dass Hunde Menschen infizieren oder als Reservoirwirt für das Virus dienen könnten.

 

Prophylaxe

 

Hunde mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko, beispielsweise durch engen Kontakt mit anderen Hunden, z.B. in Welpenschulen, Tierheimen, Ausstellungen, auf Hundeplätzen und Spielwiesen sollten mit der jährlichen Impfung auch gegen "Zwingerhusten" geimpft werden. Es kann jedoch lediglich ein Schutz gegen das Parainfluenzavirus mit einer Injektion verabreicht werden. Desweiteren können Hunde durch einen über die Nase zu verabreichenden Impfstoff gegen Bordetella bronchiseptica geimpft werden.
Gesunde Hunde und ihre Zweibeiner schützen sich am besten durch lange Spaziergänge und gute Ernährung.

 

© Dr. K. Berger für A.S.P.A. e.V.